Musikwettbewerb „inter-kult“: die Projektrealisierung!

Wir begannen den Veranstaltungstag aufgeteilt in zwei Gruppen: Während die Ton- und Licht-„Gewerke“ das Material im TBZ einluden und zur Wilhelm Wagenfeld Schule (WWS) transportierten, wurde dort in der Aula durch die Bühnen-, Strom- und Videogewerke bereits die Nebenbühne aufgebaut und die Bestuhlung arrangiert.

Beide Gruppen hatten hierbei mit spezifischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zunächst mussten aufgrund einiger Krankheitsfälle bestimmte Aufgaben neu verteilt werden. Im TBZ fiel dann der Lastenaufzug aus und die schweren Cases mit unserem Material mussten per Hand aus dem dritten Stock zum Transportwagen getragen werden. So wurden hier schon am frühen Morgen die Muskeln und vor allem die Nerven auf die Probe gestellt. In der WWS mussten zunächst die passenden Bühnenelemente aus dem von Mardern verunstalteten Lagerraum geräumt und der restliche Saal von störenden Gegenständen befreit werden. Zudem hatte der Veranstalter am Abend zuvor ohne Absprache einen Eingriff in das Bühnenkonzept vorgenommen. Der neue T-Steg vor der Bühne beeinflusste die Bestuhlungsaufstellung, bei der zudem zahlreiche Stühle mit defekten Verbindungselementen aussortiert werden mussten. Es wurde beschlossen, erst einmal nach unserem ursprünglichen Konzept vorzugehen und den Steg je nach Zeit und Kapazitäten erst im Anschluss entsprechend auszustatten.

Die Nebenbühne war schnell aufgebaut und bald darauf traf auch die erste Materialladung ein. Über den Lieferanteneingang und den Lastenaufzug konnten wir hier alles bequem in die Aula transportieren. Der eigentliche Aufbau begann.

Grundriss Aula-0

Im Laufe des Vormittags und Mittags arbeiteten alle Gewerke entsprechend ihrer wohl kalkulierten Pläne. Hierbei musste jedes Team spontan auf eventuelle Ungereimtheiten reagieren, Alternativlösungen finden und mit den anderen Betroffenen kooperieren. Als größter Einschnitt gilt an dieser Stelle sicherlich die Umstellung des Strom- und somit auch Lichtkonzeptes. Wir hatten für den Ton die 16A-Buchse im Bühnenbereich reserviert und einen weiteren 32A-Zugang in der Kantine für die Beleuchtung gesichert. Vor Ort stellten wir nun erschrocken fest, dass es sich in der Küche jedoch ebenfalls nur um einen 16A-Anschluss handelte. So wurden schnell zusätzliche 16A-Leitungen besorgt und ein entsprechend kleineres Lichtkonzept umgesetzt.

Scheinwerfer_2_0Der Aufbau war wie nach Plan gegen 14 Uhr beendet und es ging an die Feinheiten der Licht- und Toneinrichtung. Der Nachmittag war somit dem Einleuchten, Vorspeichern von Szenen und – je nach Verfügung der Bands – dem Soundcheck gewidmet.

Hierbei kam es zu Verzögerungen, sodass wir die Veranstaltung um 18:20h leicht verspätet begannen. Weitere Änderungen im Programmverlauf wurden von Seiten des Veranstalters in letzter Minute angekündigt oder leider auch in einigen Fällen gar nicht kommuniziert. Durch eine ausgedehnte Moderation zwischen den Beiträgen verstärkten sich die Verzögerungen weiter, sodass die Veranstaltung schließlich eine Stunde später als geplant endete. Dies führte für uns zu einigen Schwierigkeiten, da wir an diesem Abend noch das gesamte geliehene Tonequipment abbauen und in den Partnerbetrieb zurückbringen mussten. Hierfür hatten wir nun bloß eine halbe Stunde Zeit, da die Gegebenheiten des Veranstaltungsortes (Arbeitszeiten des Schulhausmeisters) nichts anderes zuließen.

Mischpult_2_0Dies mag nun zunächst den Eindruck eines desaströsen Abends erwecken. Man muss aber bedenken, dass die eben genannten Entwicklungen vor allem für uns als angehende Veranstaltungstechniker von größerer Bedeutung sind. Inhaltlich wurde die Veranstaltung von Publikum und Veranstalter als außerordentlicher Erfolg bewertet. Die Bands haben mit wundervoller Tonqualität und in stimmungsvoller Ausleuchtung ihre Beiträge spielen können. Der Moderator hat das Publikum aufgemischt und die Stimmung gehalten. Das vielfältige Rahmenprogramm wurde entsprechend einbezogen. Es wurden Wettbewerbssieger gekürt und die Interkulturalität der Stadt und ihrer Bewohner gelobt. Der Kulturladen Huchting als Veranstalter hat somit eine erfolgreiche Veranstaltung durchführen können.

Wir, als angehende Veranstaltungstechniker und Dienstleister, haben entsprechend unseren Teil zur erfolgreichen Veranstaltung beigetragen und wurden für unsere Professionalität, Flexibilität und Kompetenz gelobt. Die Details der Abläufe, die hinter den Kulissen vielleicht schlecht oder zumindest ganz anders als geplant vollzogen wurden, sind nun in der Nachbearbeitung zu besprechen. Unsere Lehrer nennen das “Erfahrungslernen”.